Zettelwirtschaft

Neulich habe ich mir vorgenommen, etwas anders zu machen. Mit den Vorsätzen zum neuen Jahr (weniger Essen, mehr Sport) bin ich zurückhaltend, weil das öfter nicht geklappt hat. Aber nun will ich etwas versuchen. Das kam so:

In einem Gespräch habe ich von meinem Gegenüber einige kleine Zettel in die Hand gedrückt bekommen. Mein Gegenüber sagte: „Hier, die Zettel sind von unserer Verwandten. Die sind uns in die Hand gefallen, als wir ihre Bibel durchgesehen haben.“ Auf den Zetteln zeigt die Schrift einer alten Dame Verse und Gebete, die sie in ihrem Leben begleitet haben. Sie hat die kurzen Gedanken in ihrem Gebetskalender oder in den Losungen oder in der Zeitung gefunden. Wenn so ein Gebet für sie eine besondere Bedeutung gewonnen hat, hat sie es auf einen Zettel geschrieben, manchmal mit einem Datum versehen und in ihre Bibel gelegt. So las ich einige dieser Zettel. Zum Beispiel: „Seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ Eine knappe Erinnerung, dass nicht Kummer sondern Freude an Christus Christen gut steht. Oder „Wo die Not uns in Angst versetzt, ist der Ort, wo die Hoffnung wächst.“ Ein Mutmach-Vers, dass Gott in Augenblicken der Not Hoffnung wachsen lässt. Oder: „Wenn das Gewissen uns verklagt und uns die harte Wahrheit sagt, vertrauen wir darauf, dass Gott größer ist als unser Herz, das ihn so oft vergisst.“ Oder ein Segen für alle Leute, die sich auf den Weg machen: „Gott sei mit dir auf allen deinen Wegen. Gott sei mit dir auf jeder Fahrt. Er sende dir seinen Engel, der dich vor Unglück bewahrt.“ Weitere Zettel liegen auf meinem Tisch – und ich habe den Eindruck, diese Frau neu kennen gelernt zu haben.

Darum habe ich mir etwas vorgenommen: In meine Bibel möchte ich solche Zettel mit Zusagen von Gott jetzt auch hineinlegen, weil ich von den Gedanken dieser alten Frau so profitiert habe.

Herzlich grüßt Ihr

Pastor Markus Stamme (Vakanzvertreter für Bevern)

 

Paßfoto G.Heibutzki Juli2014
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